Droge Alkohol

 

Ein Brief von der Post, wo die Zahlung bleibt?
Das Finanzamt braucht Auskunft und es schreibt:

Mein lieber Herr, es ist ungeheuer,
wir brauchen das Geld, nämlich die Steuer!

Das  Herz,  es schlägt schneller, die Angst wird ganz groß
Wie kann er es schaffen was macht er bloß?

Erst ist er empört: „die Schuld hab nicht ich,
es sind nur die anderen, die verfolgen mich.“

So langsam steigt Unmut in ihm empor.
Er kann es kaum zügeln, leise hört er im Ohr,

„Alkohol hilft Dir – sei doch kein Tor.“

Ein Gläschen vom Brandy, drei Gläser vom Wein,
mehrere Biere und schön kann es sein!

Alles ist rosig, alles ist hell, er fühlt sich bestens
Und handelt schnell.

Der Durst ist erheblich und es ist ihm auch heiß,
man soll ja viel trinken wie man doch weiß.

Der Kühlschrank ist leer und sein Magen auch.
Die Wirtschaft am Bahnhof, die hat noch auf.

„Hallo, guten Abend, Du bist unser Mann.“
Mayer quatscht ihn von der Seite an.

Er wird zornig, gerät in Wut.
„Frau Wirtin, ein Helles“,  jetzt hat er Mut.

Er prahlt und redet,  er zockt und spielt!
Früher hatte er alles – er hatte viel!

Fuhr tolle Wagen, war im Tennis ein Ass.
Hatte Weiber und Freunde und an allem Spaß.

„Noch eine Runde, heute ist heute.
Ach – und ihr seid alle so tolle Leute.“

Ein Glas Cognac tut auch noch ganz gut.
Es streichelt die Seele und gibt noch mehr Mut.

Er merkt nichts, die Beine sind schwer.
Die Hand greift ins Leere, Frau Wirtin komm her!

Die Wirtin, eine erfahrene Frau,
mit einem Blick weiß sie genau.

Hier ist es genug und die Folgen sind groß.
Die Zeche, sie fordert wieder viel Moos.

Der Mann steht gerötet, wirr ist sein Blick,
Droge Alkohol hat ein Leben zerstört und auch das Glück.

                ©by Renate R.

 

 

   
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Last update: 31.01.11 23:09:54 +0100

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