"Alkohol doch die beste Medizin ..."?

"Um zu entscheiden, ob etwas getan werden muß,
braucht man nicht zu wissen, wie groß ein Problem ist.
Es genügt zu wissen, daß es groß ist."
Jellinek

Jeder Alkoholkonsum, bei dem es zu Schäden im seelischen, körperlichen oder sozialen Bereich kommt, ist eine Form des Alkoholmißbrauchs.

In der Bundesrepublik rechnet man mit mindestens 1,2 Millionen Alkoholikern. Diese Zahl ist allerdings nur eine grobe Schätzung. Daß Alkohol ein großes Problem in unserer Gesellschaft darstellt, steht außer Zweifel.


"Alkohol doch die beste Medizin ..."?

Es gab Zeiten in denen alkoholhaltige Getränke, vor allem Wein, als Heil- und Genesungsmittel galten.
Die moderne Medizin hält nicht viel davon.

Es trifft, z.B. nicht zu, daß Alkohol die Durchblutung des Herzens fördert. Die Leistung des Herzens verschlechtert sich sogar unter Alkoholeinfluß, der damit das Leistungsvermögen des gesamten Körpers beeinträchtigt. Die Blutgefäße der Arme und Beine werden durch Alkohol erweitert. Gleichzeitig erweitern sich aber auch die Blutgefäße der Haut, was eine Abkühlung mit anschließender Erkältungsgefahr bedeutet.

Alkohol ist für viele Menschen ein Einschlafmitte. Es ist aber kein Durchschlafmittel, sondern bewirkt nur vorübergehende Entspannung.

Ein - aber wirklich nur ein - Glas Wein oder Bier vor dem Schlafengehen ist allerdings für die meisten Menschen mit Einschlafschwierigkeiten besser als die regelmäßige Einnahme von Schlaftabletten. Ein Spaziergang am Abend ist beidem vorzuziehen!

Alkohol ist kalorienreich. In kleinen Mengen wirkt er appetitfördernd, und zwar durch Lähmung der vom Gehirn ausgehenden appetitzügelnden Funktion. Unter dem Einfluß hoher Dosen wird auch die appetitfördernde Funktion gebremst, so daß der Appetit völlig erlischt. Es ist heute erwiesen, daß die Beeinflussung des Appetits durch Einwirkung des Alkohols auf das Gehirn und nicht auf die Magenschleimhaut zustande kommt. Verabfolgt man nämlich Alkohol durch Darmeinlauf, so kommt es zu genau den gleichen Reaktionen.

Entgegen der Meinung vieler wirkt Alkohol niemals stimulierend oder anregend. Er wirkt immer lähmend.
Er "lähmt" auch vorübergehend psychische Spannungen. Auch das normale Ermüdungsgefühl kann gelähmt, d.h. überdeckt werden. Dadurch ist man in Gefahr, seine Kräfte zu überschätzen und zu überfordern.

Alkohol lähmt das Wahrnehmungsvermögen, so daß man weniger Reize aus der Umwelt aufnimmt. Er lähmt das Urteilsvermögen und dadurch die geistige Leistungsfähigkeit. Man fühlt sich aber durch die größere Zahl von Fehlern, die man macht, weniger gestört.

Auch neurotische Hemmungen werden von Alkohol gelähmt. Unter Umständen können deshalb Neurotiker unter Alkoholeinfluß mehr leisten als ohne Alkohol. Die Steigerung der schöpferischen Fähigkeiten unter Alkoholeinwirkung, über die Künstler ab und zu berichten, ist wahrscheinlich so zu erklären.

Es stimmt nicht, daß Alkohol das sexuelle Leistungsvermögen steigert. Nach kleinen Alkoholmengen verschwinden unter Umständen einige Hemmungen, nach größerem Alkoholkonsum wird aber die sexuelle Potenz eindeutig geringer.

Quelle: Senator für Gesundheit und Umweltschutz

 

 

   
Disclaimer

Last update: 27.05.10 21:18:34 +0200

Design & Copyright (c) R.Rohde - Alle Rechte vorbehalten