Wie wirkt Alkohol auf den Körper?

Ein Glas Bier, Wein oder Schnaps von Standardgröße enthält jeweils dieselbe Menge Alkohol, etwa 10 Gramm.

Der Alkohol gerät über die Magenschleimhaut und über den Dünndarm ins Blut. Das Blut wird der Leber zugeführt, die in dem Abbau des Alkohols beginnt. Dies geschieht mit Hilfe eines Enzyms, ADH.

Von diesem Enzym ist im Körper in der Regel so viel vorhanden, daß 18 Glas alkoholische Getränke innerhalb von 24 Stunden abgebaut werden können. Das entspricht 180g reinem Alkohol oder entweder einer knappen Flasche Schnaps, 2 Liter Wein oder 15 Flaschen Bier.

Man kann es sich so vorstellen, als ob der Alkohol im Körper mit einer Dauerflamme verbrannt wird. Sie kann nicht höher gestellt werden, auch dann nicht, wenn dem Organismus mehr Alkohol zugeführt wird.

Trinkt ein Mensch an einem Tag mehr Alkohol als vom Körper abgebaut werden kann, befindet sich am nächsten Tag noch unverbrannter Alkohol im Blut.

Besonders Autofahrer sollten beachten, daß nach einem "feuchten" Abend der Alkohol im Körper bis zum nächsten Morgen meist nicht vollständig abgebaut abgebaut ist.

Trinkt man Tag für Tag mehr als der Körper abzubauen vermag, müßte theoretisch binnen kurzem eine tödliche Konzentration im Blut erreicht sein.

Hat der Körper jedoch Zeit , sich an die höhere Zufuhr anzupassen, entwickelt er eine Art Hilfsfunktion. Er lernt, Alkohol mittels eines anderen Enzymsystems  abzubauen. Allerdings werden dabei bestimmte Körperzellen geschädigt.

Außerdem: Hat der Körper diesen "Ausweg" einmal entdeckt, so benutzt er ihn jedesmal, wenn Alkohol getrunken wird. Als Folge davon verlangt er nach immer größeren Mengen, der Alkoholkonsum kann nicht mehr kontrolliert werden. Der Konsument ist süchtig oder abhängig geworden.

Hat der Körper erst einmal diese Methode, Alkohol abzubauen, entwickelt, so wird er nie wieder normal auf Alkohol reagieren. Bei wem es zum Kontrollverlust gekommen ist, dem bleibt diese Neigung für den Rest seines Lebens, auch wenn er jahrelang nichts trinkt. Jeder erfolgreich behandelte Alkoholiker hofft, später wieder "normal" trinken zu können, aber die allermeisten solcher Experimente nehmen ein böses Ende.

Alkohol schadet dem Körper in verschiedener Weise

Die Leber

Der gewebsschädigenden Wirkung des Alkohols, vor allem auf die Leber, wird heute nicht so große Bedeutung beigemessen wie früher. Die wichtigsten Ursachen von Leberschäden liegen in Begleitfaktoren, vor allem in falscher und unzureichender Ernährung.

Mit Alkohol kann man im Prinzip etwa die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs decken. Es sind aber "leere" Kalorien, d.h. es fehlen notwendige Nährstoffe, wie Vitamine oder Eiweiß. Der Körper. der auf diese Weise ernährt wird, ist wie ein Motor, der wohl Benzin bekommt, aber kein Öl: lange geht so etwas nicht gut.

Außerdem ist Alkohol teuer. Deshalb sinkt meist die Qualität der sonstigen Ernährung. Hierin liegt die Hauptursache für eine Schädigung der Leber. Bei schlecht ernährten Alkoholkonsumenten kommt es zur Leberzirrhose, auch Schrumpfleber genannt.

Unmittelbar nach ausgiebigen Alkoholgenuß tritt eine Verfettung der Leber ein. Sie geht innerhalb weniger Tage von selbst zurück, wenn kein Alkohol mehr getrunken wird. bleibt der hohe Alkoholkonsum über längere Zeit bestehen, verlieren immer größere Teile der Leber ihre Funktionsfähigkeit und werden zerstört.

Das Gehirn

Am anfälligsten für Schäden ist das Gehirn. Hier kommt es zu einer Reihe von Störungen, die folgendermaßen zu erklären sind:

Alkohol beeinträchtigt den Schlaf. Man träumt weniger und kann deshalb die Eindrücke des vorhergegangenen Tages nicht ausreichend verarbeiten. Man beginnt den nächsten Tag mit noch unverarbeiteten Spannungen. Um diese zu unterdrücken, trinkt man vielleicht wieder Alkohol, und so entsteht ein Teufelskreis.

Im Schlaf wird normalerweise das Gedächtnis des Menschen "programmiert". Wahrnehmungen und Erfahrungen des Tages werden in ihm gespeichert und werden zur Grundlage für das künftige Urteilsvermögen.

Klappt dieser Vorgang nicht, so kommt es zu Schwierigkeiten. Man kann z.B. Wichtiges nicht mehr von Unwichtigem unterscheiden. Die Fähigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist aber im heutigen Arbeitsleben wichtiger denn je. Diese Fähigkeit kann durch zu reichlichen Alkoholgenuß am Vorabend entscheidend beeinträchtigt werden.

Die Reglermechanismen des Körpers

Der menschliche Körper verfügt über viele, äußerst empfindliche Mechanismen, die für die Gesundheit wichtige Werte kontrollieren und im Gleichgewicht halten. Schon kleine Mengen Alkohol beeinträchtigen viele dieser Reglermechanismen, wie z.B. die für Körpertemperatur, für Blutdruck, Appetit, den Gehalt des Blutes an Harnsäure, Traubenzucker, Kalium, Natrium und Cholesterol, den Feuchtigkeitsgehalt der Gewebe usw.

Seit 1970 braucht diese Reglerstörung im Körper dank der Forschungsarbeit von Prof. von Wartburg aus Bern nicht mehr mit dem vagen Begriff der "Lähmung bestimmter Hirnzentren" erklärt zu werden. Man weiß jetzt, daß schon kleine Mengen Alkohol bestimmte Enzymsysteme im Körper blockieren. Als Folge davon bildet der Organismus abnorme Stoffwechselprodukte und bringt sie in Umlauf. Interessant ist, daß dabei eine  Annäherung zwischen Alkohol- und Morphinabhängigkeit gegeben zu sein scheint.

Umweltreize

Im Rausch ist man von Reizen und Eindrücken aus der Umwelt weitgehend abgeschnitten.

Man weiß aber z.B. aus Experimenten für die Raumfahrt, daß das Fehlen von Reizen aus der Umwelt über längere Zeit zu psychischen Störungen führen kann. Der Mensch braucht die ständige Wechselwirkung mit der Umwelt.

Dieser Mangel an Sinneseindrücken bei häufigen Alkoholräuschen spielt eine Rolle bei der Entstehung der geistigen Störungen, denen ein Alkoholiker auf die Dauer nicht entgeht.

Quelle: Senator für Gesundheit und Umweltschutz

 

 

   
Disclaimer

Last update: 27.05.10 21:18:36 +0200

Design & Copyright (c) R.Rohde - Alle Rechte vorbehalten