Vorbeugen ist besser als Heilen ...

Aus der Behandlung Suchtkranker ist bekannt: je früher die Sucht beginnt, desto schwieriger gestaltet sich häufig ihre Behandlung. der sprunghafte Anstieg des Alkoholkonsums auch bei Jugendlichen daher nicht nur als vorübergehende Modeerscheinung eingestuft werden.

Die Ursachen für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit können im körperlichen Bereich (als besondere Disposition des menschlichen Stoffwechsels), im seelischen Bereich, in der Persönlichkeit des Menschen, in seinem Entwicklungsstand, im sozialen und/oder religiösen Lebensfeld des Betroffenen liegen. Alkoholismus entsteht meist dadurch, daß mehrere Teilursachen gleichzeitig zusammentreffen und die Krankheit auslösen. Man spricht von einer multifaktoriellen Krankheit.

Von besonderer Bedeutung für den mißbräuchlichen Umgang mit Alkohol sind ansehen und Gebrauch in der Gesellschaft (Trinksitten): Je häufiger er angeboten und getrunken wird, desto mehr kann die Gefahr bzw. Gefährdung steigen, von ihm abhängig zu werden.

Alkoholfreie Getränke bei privaten und öffentlichen Treffen sollten bevorzugt oder gleichwertig angeboten werden. Zumindest sollte darauf geachtet werden, daß Alkoholfreies preiswerter angeboten wird als Alkoholisches. Einfluß auf die Bewertung des Alkohols (nicht nur bei jungen Menschen) hat auch die "Verherrlichung" und Bewunderung des Konsums, die keinesfalls eine "heldenhafte" Tat darstellt. Lebenswichtig und letztlich hilfreich kann nur die Erfahrung sein, daß der Mensch in seiner unmittelbaren Umgebung (Familie, Nachbarschaft, Freundeskreis, Arbeitsplatz) die ermutigende Erfahrung machen kann, daß er so geschätzt und angenommen wird - wie er ist, daß er "natürliche" Schwächen und Defizite nicht (mit Alkohol) überspielen, verdrängen und ausgleichen muß.

Eine Entwicklung zur Selbständigkeit sowie vielfältige Kontakte und Interessen bewahren darüber hinaus vor Vereinsamung und verschaffen Freude und inneren Halt.

Das Netz der kirchlichen und staatlichen Hilfeangebote für Suchtgefährdete, Suchtkranke und ihrer Familien hat sich in den vergangenen Jahren erstaunlich erweitert. Auch in Ihrer Nähe gibt es solche erfahrenen Stellen, die Sie gern beraten und Ihnen weiterhelfen.

Weil Alkoholismus eine echte Krankheit ist, kann Alkoholabhängigkeit weder als Schuld noch als Schwäche angesehen werden. Krankheit und Schuld schließen einander aus. Schuldhaftes Handeln bei Suchtentwicklungen kann nur dann entstehen, wenn Menschen wider besseren Wissens nichts gegen ihre Suchtgefährdung oder Suchterkrankung tun.

Für eine Gesundheitsverantwortung
und die rechtzeitige Vorbeugung gegen eigene
und fremde Suchtgefährdung sollte bewußt bleiben:
Jeder Mensch kann Alkoholprobleme bekommen.
Alkoholprobleme sind aber Ausdruck menschlicher,
seelischer Konflikte, Schwierigkeiten, Nöte
oder Erkrankungen. Solche Probleme, die jeden
treffen können, sind nur menschlich zu lösen.
Menschliche und fachliche Hilfe ermutigt und heilt.
Es lohnt sich deshalb, diese Erfahrung zu machen 
und zu verbreiten.

 

 

   
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Last update: 27.05.10 21:18:37 +0200

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